ALTEnBURG auf neuen Wegen

Der nunmehr vierte BürgerCampus fand in diesem Jahr am 21.06.2014 statt. Genau wie im Vorjahr hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, einen fast vergessenen Stadtteil Merseburgs neu zu beleben. Getreu dem Motto „Alte(n)burg auf neuen Wegen“ wurde der Stadtteil Altenburg rund um das neu instand gesetzte St. Petri Kloster mit Musik, Kultur und Kleinkunst erfüllt.

Bereits Tage und Wochen vorher verriet ein Blick in die Straße zum Kloster, das hier etwas Besonderes passieren würde. Weder Straßenlaternen und Geländer, noch Bäume und Steine waren sicher vor der Guerilla-Aktion von Sigrid Napierala und Bürgermeisterin Barbara Kaaden, die, mit Stricknadeln und meterweise Wolle bewaffnet, der eintönigen Straße viele bunte Farbtupfer verliehen. Doch nicht nur die Straße erstrahlte in neuem Glanz, auch das Petri Kloster wurde nach zahlreichen Arbeitseinsätzen des Klosterbauhütte-Vereins wieder begeh- und bespielbar gemacht und bot zum BürgerCampus ein abwechslungsreiches Programm. Es gab viel zu hören und zu sehen, von den Lesungen des Literarischen Wanderzirkus, über studentische Foto- und Filmarbeiten bis hin zu Vorträgen über das Essen und die Wirtschaft im Mittelalter sowie die Anfänge der deutschen Sprache. Auch die (Wissens-)Hungrigen kamen auf ihre Kosten, denn das Kloster hatte darüber hinaus auch einen Kuchenbasar und ein Quiz zum Mitmachen im Angebot. Der Garten des Klosters machte dessen 1000 jähriger Geschichte alle Ehre und bot ein Märchenzelt, mittelalterliche Handwerkspräsentationen, Klostermedizin und eine Kräuterwanderung.

Auf der Straße zum Kloster fanden sich zahlreiche Attraktionen für Groß und Klein. So konnten unsere kleinen Besucher ihr Geschick bei verschiedenen mittelalterlichen Spielen auf die Probe stellen, eine Runde auf einem historischen Kinderkarussell drehen, sich schminken lassen oder am Bastelstand selbst kreativ werden. Auch die Strick- und Häkelinteressierten kamen am Stand von Sigrid Napierala und ihren Unterstützerinnen von der AWO Merseburg auf ihre Kosten. Die Samariterherberge Horburg lockte mit Kunsthandwerk und Zuckerwatte und auch der Floh- und Kleinkunstmarkt bot von Malerei, über Schmuck bis hin zu Selbstgenähtem eine bunte Vielfalt. Diese wurde noch ergänzt durch das Zelt der Hochschule Merseburg, in dem es die verschiedenen Fachbereiche zu entdecken gab mit 3D-Druck, Seifenherstellung und vielem mehr. Mit dem bereits zur Tradition gewordenen Stadtspaziergang von Bürgermeisterin Frau Dr. Kaaden konnte zudem auch der Stadtteil Altenburg selbst zu Fuß entdeckt werden.

In diesem Jahr hatte der BürgerCampus außerdem einen ganz neuen Partner mit im Boot: die Fête de la musique, die zum ersten Mal in Merseburg stattfand und das Fest mit einem vielfältigen musikalischen Programm bereicherte. Auf zwei verschiedenen Bühnen waren neben dem Auftakthighlight der Veranstaltung, der Pariser Band Danaïd, unterschiedlichste Bands aus der Region zu hören, die von Singer/Songwriter bis Rock alles im Gepäck hatten. Doch nicht nur Musik, auch Tanz, Theater und ein Live-Hörspiel konnten unsere Besucher auf den Bühnen erleben und sich nebenbei mit einer Bio- und Fairtrade-Limonade am Stand der Domstraße 2 erfrischen. Für das kulinarische Wohl unserer Besucher sorgten außerdem das Café am Kloster und das Gastro-Team Huffziger.

Wem das alles noch nicht genug Kultur war, der wurde auch in der nahe gelegenen St. Viti Kirche fündig. Hier konnte dem Merseburger Gospelchor gelauscht, an einer Friedhofsführung teilgenommen oder das Musical „Jona“ bestaunt werden. Seinen Abschluss fand das Programm der Viti Kirche mit einer Abendandacht auf der kleinen Bühne hinter dem Jugendamt.

Viele Partner, Begleiter und Helfer haben den diesjährigen BürgerCampus wieder einmal zu einem einzigartigen und gelungenem Ereignis gemacht und haben gemeinsam mit der am gleichen Tag stattfindenden „Demo gegen Rechts“ gezeigt, wie bunt und vielfältig Merseburg und seine Bürger sind. Wir möchten allen Beteiligten für ihre tatkräftige Unterstützung danken und freuen uns bereits auf das kommende Jahr, wenn der BürgerCampus mit der Nummer fünf sein erstes kleines Jubiläum begeht.

Ein Artikel von Anne Faulmann, Julia Stoll und Katharina Reichert,
Hauptkoordinatoren des vierten BürgerCampus.

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